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Ursprung des Begriffs Magie

Keine geschichtliche Epoche zeigte sich so beeinflusst von der Magie wie das Mittelalter. Magische Praktiken und Aberglauben waren tief in allen gesellschaftlichen Schichten verwurzelt und gehörten zum Alltag des mittelalterlichen Menschen. Um zu verstehen, welchen Stellenwert die Magie im Mittelalter einnahm, ist es sinnvoll, den Ursprung des Begriffs und seine geschichtliche Entwicklung genauer zu betrachten.

Magie in der Antike

Der Stamm der Magier stellte im medischen und persischen Reich die Priesterkaste, die okkulte Wissenschaften wie keine andere gesellschaftliche Gruppe verkörperte, sodass die Bezeichnung Magie von ihrem Stammesnamen abgeleitet wurde. Die Magi genannten persischen Priester siedelten sich etwa ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. in Griechenland und später im gesamten Mittelmeerraum an. Als Magie bezeichneten Römer und Griechen alle Künste dieser Priester, die sich unter anderem als Astrologen und Ärzte betätigten. Ihre komplizierten Heilungsrituale trugen dazu bei, dass sie in dem Ruf standen, nach verborgenem Wissen zu streben und zu versuchen, okkulte Kräfte nutzbar zu machen. Die ungenaue Bestimmung des Begriffs Magie führte zu zahlreichen Vermutungen und Verdächtigungen und beschäftigte die Fantasie der Menschen der Antike. Da sie mit Magie etwas Nebulöses und Unfassbares verbanden, waren sie einerseits fasziniert von diesem Thema, andererseits schwang etwas Bedrohliches mit, das vielfach Missfallen erregte. Die Griechen und Römer übernahmen sukzessive etliche magische Praktiken der Priester, sodass die furchteinflößende Fremdheit der Priester auf sie überzugehen schien. Als Magie wurden nun alle dunklen Machenschaften bezeichnet, unabhängig davon, von wem sie ausgeführt wurden.Augustinus von Hippo (354 – 430)

Die Einschätzung der Magie seitens der Kleriker

Frühe christliche Autoren, die über Magie schrieben, legten vor allem Wert auf die Feststellung, dass die römischen und griechischen Heiden nur mittels der Hilfe ihrer Götter in der Lage seien, Krankheiten auf magische Weise zu heilen oder die Zukunft vorherzusagen. In christlicher Sichtweise waren diese Götter jedoch keine wirklichen Gottheiten, sondern Dämonen, die mit dem Teufel im Bunde standen. Somit wurde jede Wahrsagung und auch jede Heilung mit magischen Anteilen als schwarze oder auch dämonische Magie gebrandmarkt. Selbst der Einsatz von Heilkräutern und Edelsteinen zur Herstellung von Gegenständen wie schützenden Amuletten wurde verdammt. Solche Gegenstände galten ebenfalls als Signal an böse Geister, um diese zur Tätigkeit zu rufen. Die Dämonen wurden dabei als grundlegend für die Magie eingestuft, denn es herrschte der Glaube, dass sie es gewesen seien, die die Menschen in dieser Kunst unterwiesen hätten. Wie viele andere Kleriker sah Augustinus von Hippo (354 – 430) demgemäß in jeder magischen Handlung das Wirken dämonischer Kräfte. Der große Einfluss des Kirchenvaters zeigte sich unter anderem darin, dass seine Auffassungen zur Magie bis Ende des 12. Jahrhunderts als gültige Lehre angesehen wurden.

Magische Techniken mit besonderer Verdammungswürdigkeit

Der Ausgangspunkt aller Diskussionen über Magie war ihre Einstufung als dämonische Kunst, bei der zwischen bösen Engeln und Menschen ein teuflischer Pakt geschlossen wurde. Zur Liste der angeprangerten magischen Praktiken, die als besonders verdammungswürdig galten, zählten alle Formen der Divination, also der Wahrsagerei. Geomantie, Hydromantie, Pyromantie und Aeromantie gehörten zu den beliebtesten Weissagungstechniken. Mittels dieser Techniken las der Magie Praktizierende die Zukunft aus Erde, Wasser, Feuer und Luft. So sollten beispielsweise aus dem Flug der Vögel, aus den Konstellationen der Sterne und Planeten am Himmel oder aus den Eingeweiden von Opfertieren zukünftige Ereignisse ablesbar sein. Des Weiteren stufte die Kirche das Rezitieren magischer Formeln – die Beschwörung – und die Ligatur, eine Heiltechnik, bei der dem Kranken magische Objekte an den Körper gebunden wurden, sowie Liebes- und Schadenszauber als besonders verwerflich ein.

Unterscheidung von natürlicher und dämonischer Magie

Im Verlauf des 13. Jahrhunderts zeichnete sich eine wesentliche Änderung bei der Einschätzung der Magie ab. So gab es nun Autoren, die eine Unterscheidung zwischen natürlicher und dämonischer Magie vornahmen. Albertus Magnus etwa bekennt sich in seinen naturwissenschaftlichen Schriften zur Möglichkeit der Existenz natürlicher Magie. Er schränkt allerdings ein, dass nicht klar sei, wodurch sich die natürliche von der dämonischen Magie genau unterscheide. Der spätere Bischof von Paris, Wilhelm von Auvergne (1180 – 1249), der als einer der einflussreichsten Theologen seiner Zeit galt, widmete sich in seinen Schriften sowohl der dämonischen als auch der natürlichen Magie und erkennt Letztere als legitim an. Thomas von Aquin hielt dagegen an der Lehre Augustinus‘ fest und brachte alle magischen Rituale mit dem Wirken von Dämonen in Verbindung. Er ging jedoch gleichzeitig davon aus, dass bei gewissen Naturphänomenen okkulte Kräfte ursächlich verantwortlich seien, die von den Sternen und Planeten ausgingen. Während des 14. und 15. Jahrhunderts eroberte die Vorstellung magischer Naturkräfte ohne dämonischen Anteil zunehmend die europäische Kultur, wenn auch nicht alle Autoren dieser Idee zustimmten.

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