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Die Kinderkreuzzüge

Zu den Volkskreuzzügen des 13. und 14. Jahrhunderts gehörten die sogenannten Kinderkreuzzüge. Bei diesen kriegerischen Auseinandersetzungen handelte es sich jedoch weder um vom Papst sanktionierte noch um präzise geplante und organisierte Unternehmungen.

Überproportional viele Kinder bei Kinderkreuzzügen

Im Zusammenhang mit den religiösen Volksbewegungen des Mittelalters sind die Kinderkreuzzüge zu betrachten. Diese umfassten mehrere Züge, die keineswegs nur aus Kindern bestanden. Sie werden heute nur deshalb als solche bezeichnet, weil überproportional viele Kinder – deutlich mehr als an anderen Kreuzzügen – daran teilnahmen. Die Kinderkreuzzüge setzten sich aus Armen, Alten, Jugendlichen, Frauen und Mitgliedern des niederen Klerus zusammen, die sich dem Armutsgedanken verpflichteten Anführern anschlossen. All diese Volkskreuzzüge erwiesen sich für die Verteidigung des Heiligen Landes als nutzlos, da nur die wenigsten Teilnehmer die Kreuzfahrerstaaten erreichten.

Die Armutsbewegung als Motor der Volkskreuzzüge

Zwischen 1210 und 1230 kam es zu größeren religiösen Volksbewegungen, die vermutlich einerseits Reaktionen auf den verfehlten Kreuzzug der Jahre 1202 bis 1204 waren. Andererseits zeigten sie sich durch die Armutsbewegung beeinflusst. Diese hatte sich als Gegenbewegung zu der von Habgier getriebenen Plünderung Konstantinopels gebildet. Prediger, die durch die Lande zogen, organisierten die Bewegung. Sie beriefen sich dabei auf die Armut Jesu, die den Menschen ein Vorbild sein sollte. Die Armutsbewegung erhielt einen enormen Auftrieb durch endzeitliche Stimmungen und Erwartungen des Jüngsten Gerichts. Sie wurde außerdem durch die dadurch gesteigerte Kreuzesfrömmigkeit, eine neue Kreuzzugsbegeisterung und durch die Kreuzzugsaufrufe jener Tage beflügelt wie beispielsweise durch die Predigten zum Albigenserkreuzzug 1212.

Prediger als Werber für Kreuzzüge

Ebenso wie bei der Armutsbewegung nahmen Prediger eine herausragende Stellung ein. So zeigten sie sich äußerst aktiv und erfolgreich im Anwerben von Kreuzzugsteilnehmern. Ein gewisser Nikolaus von Köln predigte beispielsweise im Rheinland und rekrutierte Teilnehmer für einen Kreuzzug ins Heilige Land. Er versicherte seinen Anhängern, dass das Meer sich von allein auftun werde, um den Weg nach Palästina für die Pilger freizumachen. Als die Kreuzfahrer in Italien angekommen waren und sich die Prophezeiung nicht erfüllte, löste sich der Kreuzzug wieder auf. Manche der Teilnehmer gingen zurück nach Hause, andere ließen sich in Italien nieder.

Die Hirtenkreuzzüge

Zu den späteren populären religiösen Bewegungen mit kriegerischem Hintergrund zählen die Pastorellen, die in der Forschung auch als Hirtenkreuzzüge bezeichnet werden. Sie entstanden 1251 im Zusammenhang mit dem Kreuzzug König Ludwigs IX., der im Heiligen Land in muslimische Gefangenschaft geriet. Die Pastorellen wiesen ähnliche Merkmale auf wie die Armutsbewegung Anfang des 13. Jahrhunderts. So ließ etwa ein frommer Schäfer namens Stephan von Orleans dem französischen König Philipp II. einen angeblich von Gott persönlich geschriebenen Brief zukommen, in dem dieser zum sofortigen Kreuzzug aufforderte. Der König reagierte jedoch nicht darauf. Die versagte Teilnahme von Philipp II. führte dazu, dass sich der Kreuzzug kurze Zeit später wieder auflöste und sich die Schar um den Schäfer resigniert auf den Heimweg machte. Weitere spontane Hirtenkreuzzüge fanden 1309 und 1320 statt.

Die Kreuzzüge der Flagellanten

Die Kreuzzüge des 13. und 14. Jahrhunderts, an denen sich Flagellanten beteiligten, beruhten ebenfalls auf religiösen Volksbewegungen. Die sich selbst geißelnden Teilnehmer stuften die zu dieser Zeit um sich greifende Pest als Strafe Gottes ein. Während die Flagellanten mit den anderen Kreuzfahrern in Richtung Heiliges Land zogen, peitschen sie sich in Vorwegnahme des göttlichen Zorns in öffentlicher Selbstbestrafung aus. Dies galt als Akt der Buße, der sie von ihren Sünden befreien sollte.

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