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Der dritte Kreuzzug

Den Kreuzfahrerstaaten wuchs mit Saladin ein gefährlicher Gegner heran, der sich als bedrohlich für ihre Existenz erweisen sollte. Ihm gelang es, den größten Teil der bis dato untereinander zerstrittenen islamischen Herrschaften unter seinem Banner zu vereinen. 1187 wurde das christliche Heer durch Saladin in der Schlacht von Hattin vernichtend geschlagen und noch im selben Jahr eroberten die muslimischen Truppen Jerusalem. Die Vernichtung der christlichen Truppen, der Verlust weiter Teile der Kreuzfahrerstaaten sowie Jerusalems, der heiligen Stätten und Reliquien wirkte wie ein Schock auf den lateinischen Westen. Die Kreuzzugsbewegung erlebte dadurch allerdings einen neuen Aufschwung. Sie erhielt einen solchen Auftrieb, dass in den folgenden hundert Jahren kaum ein Jahr verging, in dem nicht irgendwo im Vorderen Orient, in Europa oder in Kleinasien ein Kreuzzug durchgeführt wurde.

Friedrich I. Barbarossa

Aufgrund der Nachricht von den Niederlagen der Christen erließ Papst Gregor VIII. die Bulle „Audita tremendi“. Nach diesem Aufruf zum Kreuzzug formierte sich das größte Heer der Kreuzfahrer des gesamten Mittelalters. Dem Ruf folgten König Philipp II. von Frankreich und König Richard Löwenherz von England. In Deutschland nahm Kaiser Friedrich I. Barbarossa das Kreuz und brach mit einem großen Kontingent auf. Das Heer zog auf dem Landweg durch byzantinisches Gebiet und Kleinasien, besiegte auf seinem Weg ein Seldschukenheer bei Ikonion und gelangte bis nach Armenien. Der plötzliche Tod Kaiser Friedrichs I. – Barbarossa ertrank 1190 im Fluss Saleph – führte dazu, dass das Heer auseinanderbrach. Der größte Teil der Kreuzfahrer kehrte in die Heimat zurück. Ein Sohn Barbarossas, Herzog Friedrich von Schwaben, setzte das Unternehmen mit einem kleinen Kontingent fort und traf Anfang Oktober bei der Belagerung von Akkon ein.

Philipp II. und Richard Löwenherz

Die französischen und englischen Truppen reisten auf dem Seeweg in Richtung Heiliges Land. Der Aufbruch beider Heere hatte sich jedoch aufgrund von Konflikten zwischen beiden Königreichen nach dem Tode des englischen Königs Heinrich II. verzögert. So landete Philipp II. von Frankreich erst im April 1191 vor Akkon, Richard Löwenherz erreichte die Stadt Anfang Juni 1191. Richard hatte seinen Weg nach Palästina kurzerhand unterbrochen, sich überraschend Zypern zugewandt und die Insel erobert. Der Grund für diesen Schritt lag in der Absicht des Königs, die Kreuzfahrer zu befreien, die der byzantinische Machthaber dort gefangen hielt. Die Eroberung brachte Zypern für gut vierhundert Jahre unter lateinische Herrschaft. Wegen der günstigen geografischen Lage der Insel trug dies wesentlich zum Überleben der Kreuzfahrerstaaten im 13. Jahrhundert bei.

Eroberung Akkons

Christliche Truppen versuchten bereits seit etwa zwei Jahren vergeblich, Akkon einzunehmen. Die Verstärkung der Belagerung durch die ankommenden Kreuzfahrer führte im Juli 1191 zur Eroberung der Stadt. Kurze Zeit danach kehrte Philipp II. nach Frankreich zurück. Bestimmender Faktor für die rasche Rückreise des Monarchen war vermutlich die Rivalität zwischen ihm und Richard Löwenherz. Außerdem zeigten sich Feindseligkeiten zwischen dem englischen und französischen Kontingent, die den gesamten Feldzug prägten.

Die Erfolge von Richard Löwenherz

Richard Löwenherz verweilte bis Oktober 1192 im Heiligen Land. Die Notwendigkeit, sich um seine eigene Herrschaft zu Hause zu kümmern, ließ einen weiteren Verbleib nicht zu. Während seines Aufenthalts in den Kreuzfahrerstaaten festigte er jedoch seinen Ruf als hervorragender Ritter. Zwar konnte er Jerusalem nicht für die Christen zurückgewinnen, doch es gelangen ihm einige bedeutende militärische Erfolge. So besiegte er etwa den zuvor als unbesiegbar geltenden Saladin in der Schlacht von Arsuf im September 1191. Ein Jahr später schlossen Richard und Saladin einen auf drei Jahre datierten Waffenstillstand. Durch das Engagement des englischen Königs herrschten die Christen wieder im Küstenbereich von Tyrus bis Jaffa, sodass christliche Pilger ungehinderten Zugang nach Jerusalem hatten. Das Überleben der Kreuzfahrerstaaten war damit zwar nicht gesichert, es wurde jedoch deutlich erleichtert.

Tod Saladins und Nachspiel zum dritten Kreuzzug

Der Tod Saladins (1193) führte zum Zerfall des von ihm errichteten Reichs. In den Wirren um seine Nachfolge sahen sich die Kreuzfahrerstaaten zunächst keinem geeinten Gegner mehr gegenüber. 1197 kam es quasi zu einem Nachspiel des dritten Kreuzzugs. Heinrich VI. (1190 bis 1197), ein Sohn Friedrichs I., plante einen Zug ins Heilige Land. Seine Truppen hatten Akkon schon per Schiff erreicht, als der überraschende Tod des Kaisers bekannt wurde. Trotz Heinrichs VI. Tod wurde das Unternehmen fortgesetzt. Den Kreuzfahrern gelang mit der Einnahme von Beirut und Sidon die Eroberung des größten Teils der palästinensischen Küste. Somit konnten sie die militärisch und wirtschaftlich lebenswichtige Landverbindung zwischen dem Königreich Jerusalem und der Grafschaft Tripolis wiederherstellen.

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