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Unehrliche Berufe

Welche Berufe im Mittelalter als unehrliche Berufe angesehen wurden, war zum Teil von Region zu Region unterschiedlich. So gehörten einige Handwerksberufe dazu, denen Betrügereien wegen schwer einzuschätzender Leistungen unterstellt wurden. Auch das „fahrende Volk“ und solche Dienstleistungen, die sich mit Schmutz und Strafe beschäftigten, wurden verachtet. Den Nachkommen war es unmöglich, aus solchem Berufsstand herauszukommen.

Abdecker

Zu den Aufgaben der Abdecker gehörte es, tote Tiere zu verwerten und die Reste zu vergraben oder zu verbrennen. Sie lieferten Knochen an Seifensiedereien, Häute an Gerbereien und verfaultes Fleisch an Salpetersieder. Für sie bestand eine hohe Gefahr, sich an Milzbrand zu infizieren. Da ihre Tätigkeit mit starkem Gestank verbunden war, konnten sie nur außerhalb der Ortschaften wohnen.

Büttel

Ein Büttel wurde vom Amtsherrn als Hilfsperson eingesetzt, um dienstfertig Befehle auszurichten. Dazu gehörten neben den Gerichtsdienern auch die Gehilfen des Henkers. Diese hatten unter anderem die Aufgabe, zum Rädern verurteilte auf das Rad zu flechten. Die Handlanger der Obrigkeit wurden auch zum Eintreiben von Steuern und Abgaben eingesetzt. Sie standen im Ruf, manchen Auftrag zu ihrem eigenen Nutzen auszuführen.

Henker

Als Vollstrecker einer Hinrichtung war der Henker genauso wie der Abdecker geächtet. Oft führte eine Person beide Ämter gleichzeitig aus. Der Zutritt zu Wirtshäusern und ein ehrliches Begräbnis wurden diesem Berufsstand verwehrt. Der Henker musste erfolgreich Geständnisse entlocken und eine Hinrichtung fehlerfrei vollstrecken. Aufgrund seiner guten Kenntnisse in der Anatomie verdiente sich ein Henker nicht selten mit Heilpraktiken etwas dazu.

Kesselflicker

Als Handwerker ohne feste Werkstatt zog der Kesselflicker mit seiner Familie durchs Land. Er reparierte in seinem Lager am Ortsrand mit altem Kupfer und Handwerkszeug schadhafte Kessel, Töpfe und Pfannen. Beim Einholen von Aufträgen verjagten die Bewohner des Ortes ihn oft als Störenfried und Dieb. Da er sich mit vielen fremden Ausdrücken wehrte, wurden ihm allerhand Ungeheuerlichkeiten unterstellt. Davon zeugen heute noch mehrere Redewendungen.

Müller

Der Müller stellte in der Mühle Mehl und Schrot für die Ernährung her. Ein Mahlzwang wies den Bauern ihre zuständige Mühle zu. Als Nachweis wurde Müller bei der Arbeitfür jeden Scheffel Getreide eine Kerbe in ein Kerbholz geschnitzt. Dem Müller stand als Lohn die Metze, ein Sechzehntel je Scheffel des angelieferten Getreides, zu. Die Bauern unterstellten ihm nicht ganz unbegründet, oft zu seinen Gunsten falsch zu messen.

Schäfer

Als Einzelgänger war der Schäfer aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen. Auch wenn Dung und Wolle als Rohstoff geschätzt wurden, betrachtete man den Schäfer mit seiner freien Tätigkeit misstrauisch. Meistens waren seine Schafe die wohlgenährtesten in der Herde. Der Schäfer verfügte über geheimnisvolle Heilmethoden für Mensch und Tier. Selbst im Kriegsfall konnte er seine Herde nicht verlassen. Damit war er ehrlos.

Totengräber

Zur Aufgabe des Totengräbers gehört es, sich um die Leichen bis zur Beerdigung zu kümmern. Er musste sie waschen und herrichten, die Gräber ausheben und wieder zuschaufeln. In einigen Städten war er sogar für die Reinhaltung der Abwasserkanäle zuständig. Im Gegensatz zu anderen Handwerkern erhielt der Totengräber sein Werkzeug von der Kirche. In den Zeiten der Verbreitung der Pest war dieser Beruf eine lukrative Tätigkeit.

Türmer

Der Türmer hatte die Aufgabe, vom höchsten Turm der Stadt die Umgebung zu beobachten und vor Gefahren zu warnen sowie stündlich die Zeit zu melden. Gefahren konnten herannahende Banden oder Truppen sein, aber auch Brände in der Stadt. Zur Warnung benutzte er ein Horn, eine Glocke oder Tücher und Lichtzeichen. Sehr oft wohnte der Türmer im Turm und hatte keinen Kontakt zu anderen Menschen.

Zufälliges Mittelalterbild

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Die gesellschaftliche Stellung der Frau im Mittelalter war weit unten angesiedelt und befand sich etwa auf dem Niveau der unfreien Bauern.

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