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Die dritte Welle des ersten Kreuzzugs

Die Hoffnungen der im Heiligen Land verbliebenen Kreuzfahrer richteten sich zunächst auf die dritte Welle des ersten Kreuzzugs. Die Heere wurden zusammengestellt, nachdem Antiochia erobert worden war. Sie setzten sich 1101 in Bewegung, erlitten jedoch ein ähnliches Schicksal wie die Truppen der ersten Welle, allerdings aus anderen Gründen.

Nahezu vollständige Vernichtung der dritten Welle

Die Anzahl der teilnehmenden Kreuzfahrer war etwa so groß wie bei der zweiten Welle, doch die Seldschuken hatten aus den vorhergehenden Schlachten mit den christlichen Truppen ihre Schlüsse gezogen. Sie verfolgten eine Taktik der verbrannten Erde, sodass die Versorgung des Kreuzfahrerheeres nicht gesichert werden konnte. Mangelnde Abstimmung der einzelnen Heeresteile und taktische Fehler der militärischen Führung kamen hinzu, sodass die dritte Welle in mehreren Schlachten nahezu vollständig vernichtet wurde. Nur einige wenige dieser Kreuzfahrer erreichten das Heilige Land.

Die Situation im Heiligen Land

Die meisten Pilger, die das Abenteuer Kreuzzug überstanden hatten, blieben nicht auf Dauer im Heiligen Land. Die neu entstandenen Kreuzfahrerstaaten sahen sich mit ihrer geringen Anzahl katholischer Einwohner einer großen muslimischen beziehungsweise christlich-orthodoxen Bevölkerungsmehrheit gegenüber. In ihrem Bestand zeigten sich diese Staaten auf Zuzug aus Europa angewiesen.

Weitestgehend friedliche Koexistenz mit der Bevölkerungsmehrheit

Das Territorium konnte mit der zu geringen Anzahl im Land verbliebener Kreuzfahrer nicht dauerhaft gegen den Widerstand der Bevölkerungsmehrheit kontrolliert werden. Diese Einsicht der Kreuzfahrer und die direkte Nachbarschaft zu den Muslimen veränderte das Verhältnis beider Gruppen. Die Kreuzfahrer lebten weitestgehend in Frieden mit ihren Nachbarn und verhielten sich ihnen gegenüber tolerant. Den Muslimen wurde die freie Ausübung ihrer Religion gestattet und sie konnten außerdem ihre eigene Gerichtsbarkeit beibehalten. Ebenso tolerant verhielten sie sich gegenüber den orthodoxen Christen und den Juden. Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung, wie jene im Verlauf des ersten Kreuzzugs in den Städten entlang des Rheins, gab es nicht.

Fragiles Gleichgewicht in den Kreuzfahrerstaaten

Die militärische Situation in den Kreuzfahrerstaaten erwies sich trotz alledem als sehr fragil. Die Staaten bekämpften sich ebenso untereinander wie die muslimischen Herrschaften. Teilweise gelang es den Kreuzfahrern, die Muslime gegeneinander auszuspielen, in anderen Fällen verbündeten sie sich mit ihnen gegen einen Dritten. Auch frisch im Heiligen Land eintreffende Kreuzfahrer verschärften die Situation. Sie wollten gegen Ungläubige zu Felde ziehen, oft gegen den Willen der vor Ort lebenden Kreuzfahrer. Häufig zerstörten sie das mühsam austarierte Gleichgewicht in der Region, indem sie Verbündete der Christen angriffen. In Verkennung der militärischen Lage leisteten sie sich Abenteuer, die das Weiterbestehen der Kreuzfahrerstaaten gefährdeten.

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