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Das Frühmittelalter

Mit dem Begriff „Frühmittelalter“ wird der Übergang von der Spätantike zum Mittelalter bezeichnet. Es umfasst etwa den Zeitraum vom 5. bis zum 11. Jahrhundert. Der Beginn des Frühmittelalters wurde durch zwei bedeutsame Entwicklungen begleitet. Dies waren zum einen die Völkerwanderungen. Zum anderen spielte der Zerfall des Römischen Reichs mit der Absetzung des letzten römischen Kaisers im Jahre 476 eine wichtige Rolle. Das Ende des Römischen Reichs bedeutete zugleich das Ende der Herrschaft der Römer über weite Teile Europas. Doch nahezu sämtliche nachfolgenden Herrscher bezogen sich weiterhin auf das Römische Reich, um ihre Herrschaft zu legitimieren.

Der Einfluss verschiedener einfallender Völker

Die Reste der römischen Infrastruktur wurden erst durch verschiedene Ereignisse weitestgehend beseitigt. Zu diesen zählten die Wikingerüberfälle, die in weiten Teilen Europas großen Einfluss auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik ausübten. Der Einfall der Magyaren in Westeuropa bedeutete ebenfalls eine Konfrontation der alten römisch-antiken Stätten mit einer zerstörerischen Kraft, der erst im Jahre 955 durch Otto I. Einhalt geboten wurde. Weitaus bedrohlicher für die westliche Zivilisation erwies sich die Eroberung Nordafrikas und der Iberischen Halbinsel durch die muslimischen Araber. Mehr über die Magyaren..., mehr über die Araber im Frühmittelalter...

Politische Prägung durch Merowinger und Karolinger

Die gesamte Epoche des Frühmittelalters zeigte sich politisch geprägt durch die Merowinger und Karolinger. Sie bildeten aufbauend auf den Überresten des Römischen Reichs und den frühen Germanenreichen (Alemannen, Langobarden und Goten) das fränkische Großreich. Ein weiteres bedeutsames Element, das die herrschende Dynastie der Karolinger stützte, war die in ganz Europa gültige gemeinsame Währung. Ende des 8. Jahrhunderts normierte Karl der Große in seiner zweiten Münzreform den Silberdenar, der circa 1,7 Karl der Große in der Chronik des Ekkehard von AuraGramm wog. Diese Münze galt bis ins 13. Jahrhundert hinein als anerkannte und beliebte Währung. Mehr über die Merowinger..., mehr über die Karolinger...

Die Machtverhältnisse innerhalb der Gesellschaft des Frühmittelalters

Die mittelalterlichen Herrschafts- und Machtverhältnisse, die sich nun bildeten, waren ihrem Wesen nach eine Summierung von Personenverbänden germanischer Tradition: Stämme, Sippen, Gefolgschaften, Lehnshöfe, Haus- und Schwurgemeinschaften. Öffentliche Gewalt und private Rechtsbefugnis wurden begrifflich nicht unterschieden. In der mittelalterlichen Herrschaft (dominium) floss beides untrennbar zusammen. Hervorgegangen war diese aus der Verfügungs- und Herrschergewalt des männlichen Haushaltsvorstands über Grund und Boden und über die darauf lebenden Personen (familia). An der Spitze des Staates stand der König, der sich seinerseits in enger Verbindung mit der christlichen Kirche befand, die seine Stellung durch die Königsweihe (Salbung) aufwertete und stützte.

Die frühmittelalterliche Sozialstruktur

Die Sozialstruktur war durch eine arbeitsteilig noch wenig differenzierte Agrargesellschaft gekennzeichnet, die überwiegend von der Naturalwirtschaft lebte. Gleichzeitig verloren sowohl die Geldwirtschaft als auch der Handel im Vergleich mit dem Römischen Reich einen großen Teil ihrer Bedeutung. Der höhere Klerus und der Adel gestalteten ihr Leben durchweg äußerst prunkvoll. Demgegenüber stand die oft bittere Armut der auf dem Lande lebenden unteren Schichten, deren Anteil an der Bevölkerung 90 Prozent betrug.

Zerfall der staatlichen Ordnung

In vielen Gebieten blieb nach dem Zerfall des Römischen Reichs allein die Institution Kirche als übergeordnete staatliche Macht übrig. Diese war zugleich Träger von Kultur und Bildung. Insbesondere die Klöster, in denen des Lesens und Schreibens mächtige Mönche und Nonnen lebten, sorgten für die Weitergabe dieser Fähigkeiten.

Die spirituelle Bedeutung des Römischen Reichs

Die spirituelle Bedeutung des Römischen Reichs ging im Frühmittelalter nie ganz verloren. Die Nachfolgestaaten und ihre Herrscher nahmen ständig Bezug auf die römische Kultur, sodass ihr Geist weiterlebte. Der Adel versuchte, seine Herrschaft durch den Verweis auf das Römische Reich zu legitimieren. Karl der Große ließ sich beispielsweise in Rom zum römischen Kaiser krönen. Er stand somit in direkter Nachfolge der römischen Cäsaren.

Missionierung und Christianisierung

Als bedeutsames Bindeglied des frühmittelalterlichen Europas gilt die Missionierung und Christianisierung weiter, noch heidnisch geprägter Teile Europas. Selbst in der schriftlosen Götterwelt der Germanen fand die christliche Heilslehre ihren Niederschlag. Mit der Aneignung der Schrift und des antiken Bildungsguts überwanden die germanischen Stämme ältere Kulturstufen. Dies führte dazu, dass sich in allen Lebensbereichen, wie etwa bei der Ausübung von Recht und Gesetz, umfassende Veränderungen abzeichneten. Mehr dazu...

Latein als verbindende Schrift und Reform der Schriftsprache

Völker- und länderverbindend wirkte sich außerdem aus, dass klassisches Latein nicht nur in der Kirche, sondern auch an Kloster- und Domschulen als Schriftsprache fungierte. Dabei stand Latein nicht nur Klerikern, sondern auch interessierten Laien zur Verständigung zur Verfügung. Mit der sogenannten karolingischen Minuskel wurde eine Reform der Schriftsprache eingeführt. Sie weist nur wenige Ligaturen (Buchstabenverbindungen) und Abkürzungen auf und zeigt eine deutliche Worttrennung. Dieser Schrifttypus setzte sich europaweit durch und gilt bis heute.

Festlegung des heutigen Gesichts Europas durch die Franken

Der Aufstieg des Frankenreichs und dessen Zerfall legten das heutige Gesicht Europas fest. So bestehen viele der aktuellen Nationalstaaten seit jener Zeit in etwa der gleichen geographischen Lage. Karl der Große gilt nicht zu Unrecht als Vater Europas, denn aus der Westhälfte des zerfallenden Frankenreichs entstand später Frankreich, die Osthälfte wurde zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

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