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Kreuzzüge gegen Häretiker und Schismatiker

Die katholische Kirche rief in Person des Papstes nicht nur zu Kreuzzügen gegen äußere, sondern auch gegen innere Feinde der Kirche auf, die als Häretiker oder auch als Ketzer bezeichnet wurden. Der Einsatz von Gewalt galt bereits etwa seit dem Jahre 400 als probates Mittel gegen Häresien. Gegen sogenannte Schismatiker, die sich als Christen mit dem Vorwurf der Kirchenspaltung konfrontiert sahen, fanden ebenfalls Kreuzzüge statt. Gelegentlich kam Kritik an den Kriegen gegen andere Christen auf, doch es gelang der Kirche, diese aus theologischer Sicht zu begründen. Die Kreuzzüge gegen Häretiker und Schismatiker verliefen in der Regel jedoch wenig erfolgreich. Im Gegensatz zu anderen Kreuzzugsunternehmungen wurden sie außerdem relativ selten durchgeführt.

Kreuzzug gegen die Albigenser

Papst Innozenz III. rief 1208 zum Kreuzzug gegen die Albigenser auf. Das Vorhaben wurde allerdings vom Papst selbst geschwächt, da er den Kampf zugunsten des fünften Kreuzzugs 1213 aussetzte. Das Ziel des Kreuzzugs gegen die Albigenser, das in der Zerschlagung der Häresie lag, konnte nicht erreicht werden. Die 1233 in Toulouse eingerichtete Inquisition zeigte sich diesbezüglich erfolgreicher.

Weitere Kreuzzüge gegen die Häresie

In den Jahren 1227 und 1234 zogen Kreuzfahrer gegen die als ketzerisch eingestufte bosnische Kirche ins Feld. Des Weiteren erwirkte der Hamburger Erzbischof 1232 einen Kreuzzug gegen die bäuerliche Landgemeinde der Stedinger, der zwei Jahre später begann. 1327 wurde zum Kreuzzug gegen die Katharer aufgerufen, der jedoch auf Drängen der Inquisition abgesagt wurde, da diese ihn als Einmischung in ihre ureigenen Aufgaben ansah. Weitere Kreuzzüge gegen Häresien fanden im Gebiet um Piemont 1306/07 gegen die Bruderschaft des Mönchs Fra Dolcino sowie in Böhmen 1340 statt.

Kreuzzüge gegen die Hussiten

1420 wurde auf dem Reichstag zu Breslau verkündet, dass die Hussiten sich der Ketzerei schuldig gemacht hätten und deshalb Kreuzzüge gegen sie geführt werden sollten. Diese Begründung war jedoch vermutlich eher vorgeschoben. So dienten die Kriege gegen die Hussiten nicht zuletzt dem Versuch, Siegmund von Luxemburgs böhmische Thronansprüche zu sichern. Obwohl Kreuzfahrer aus ganz Europa daran teilnahmen, blieben die Kreuzzüge allesamt erfolglos.

Kreuzzüge gegen Schismatiker

Nach dem vierten Kreuzzug, der mit der Eroberung Konstantinopels endete, ergingen auch Aufrufe zu Kreuzzügen gegen orthodoxe Christen. Zu den Zielen dieser Unternehmungen gehörte die Eroberung der byzantinischen Nachfolgestaaten (Nikäa, Epiros), die seitens der katholischen Christenheit als Bedrohung empfunden wurden. Des Weiteren zogen Kreuzfahrer 1231 und 1239 gegen das ebenfalls orthodoxe Bulgarien ins Feld. Nach der byzantinischen Rückeroberung Konstantinopels 1261 wurde zum Kreuzzug gegen Byzanz aufgerufen (1306/07), um die Vorherrschaft über den Staat wiederzuerlangen.

Kreuzzüge gegen orthodoxe Russen

Neben den im Ostseeraum üblichen Kreuzzügen zum Zweck der Christianisierung der Pruzzen und der baltischen Länder wurden auch Kreuzzüge gegen die orthodoxen Russen geführt. Heere aus den skandinavischen Ländern kämpften zwischen 1323 und 1351 mehrfach gegen das orthodoxe Nowgorod.

Kreuzzüge gegen Flandern und Kastilien

Zu zwei Kreuzzügen, die der Unterstützung des Papstes dienen sollten, wurde in England aufgerufen. So zog der Bischof von Norwich 1383 gegen Flandern ins Feld und König John of Gaunt führte 1386/87 einen Kreuzzug gegen Kastilien. Beide Unternehmungen verliefen jedoch erfolglos.

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