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Die erste Welle des ersten Kreuzzugs

Die türkischen Eroberungen in Kleinasien und der daraufhin erfolgte Hilferuf des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos an den Westen bildeten die auslösenden Faktoren für den ersten Kreuzzug. Papst Urban II. spielte wohl schon einige Jahre mit dem Gedanken, eine Armee Freiwilliger zur Unterstützung von Byzanz zu rekrutieren. Auf dem Konzil von Piacenza 1095 erhielt eine byzantinische Gesandtschaft diesbezüglich positive Hinweise. Zwischen August 1095 und September 1096 bereiste der Papst Frankreich und hielt dort an unterschiedlichen Orten eine Reihe großer Kreuzzugspredigten, in denen er zu einem Heerzug aufrief, der Jerusalem und die heiligen Stätten der Christen sowie die östliche Christenheit von der Herrschaft der Muslime befreien sollte. Urban II. forderte seine Zuhörerschaft zum Kampf zugunsten des Wohls der eigenen Religion auf und versprach ihnen den Ablass ihrer Sünden. Seine Aufrufe lösten eine spontane Bereitschaft unter den Zuhörern aus, die sogenannte Kreuznahme zu vollziehen. Dies geschah in der Überzeugung, dass sie den Willen Gottes erfüllten, was sich im Ausruf „Gott will es!“ zeigte.

Hohe Teilnahmebereitschaft in allen Bevölkerungsschichten

Der Aufbruch des Heeres wurde für den 15. August des Jahres 1096 festgelegt. Die Intention des Papstes bestand darin, ein zahlenmäßig begrenztes Kontingent an Rittern zur Unterstützung von Byzanz und zur Befreiung der Heiligen Stätten auszusenden. In Briefen an die Bologneser und Flamen versuchte der Papst, die Anzahl der Teilnehmer einzuschränken. So sollten sich unter anderem Geistliche und verheiratete junge Männer nicht am Kreuzzug beteiligen. Tatsächlich zogen jedoch drei große Wellen von Kreuzfahrern zwischen 1096 und 1101 gen Osten, die aus allen Bevölkerungsschichten stammten. Die Gesamtzahl der Teilnehmer wird heute auf 120.000 Männer, Frauen und Kinder geschätzt, davon sollen bestenfalls zehn Prozent dem Papst Urban II. ruft zum ersten Kreuzzug aufAdel oder der Ritterschaft angehört haben. Religiöse Motive lagen der Kreuznahme als Hauptantrieb zugrunde. Die Aussicht auf materiellen Gewinn dürfte kaum eine Rolle gespielt haben, obwohl die Kreuzfahrt für Adel und Ritterschaft ein ebenso gefahrvolles wie kostspieliges Unternehmen darstellte.

Die Volkskreuzzüge

Wanderprediger wie Peter von Amiens trugen den Aufruf des Papstes weiter durch die Lande und rekrutierten die Kreuzfahrer. Die sogenannten Volkskreuzzüge von 1096 bildeten die erste Welle des ersten Kreuzzugs. Die Truppen ähnelten jedoch kaum der seitens des Papstes gewünschten Ritterarmee. Dies lässt sich unter anderem daran ablesen, dass sie mit der Abreise ins Heilige Land nicht bis zum vereinbarten Termin im August warteten. Die Volkskreuzzüge setzten sich aus bunt zusammengewürfelten Haufen zusammen, die sehr schnell anwuchsen. Der französische Adlige Walter Sans-Avoir führte eine der Scharen an. Weitere Gruppen versammelten sich um die deutschen Prediger Folkmar und Gottschalk. Die Teilnehmer der Volkskreuzzüge waren arm und undiszipliniert und ihr Fortkommen kennzeichnete sich durch mangelnde Koordination. Auf ihrem Weg in den Vorderen Orient lebten sie von den Erzeugnissen des jeweiligen Landes, das sie durchquerten. Plünderungen und Raubzüge standen bei den mittellosen Scharen der Kreuzfahrer völlig selbstverständlich auf der Tagesordnung. Im Rheinland hatten sich in Städten wie Köln, Worms, Mainz und Speyer größere jüdische Gemeinden gebildet, die in der Regel friedlich mit ihren christlichen Nachbarn zusammenlebten und großen Anteil am wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung hatten. Unter der Führung des Predigers Folkmar fielen die Kreuzfahrer über die jüdischen Viertel vieler der rheinischen Städte her und ermordeten deren Bewohner mit einem unvorstellbaren Ausmaß an Gewalt. Die Kreuzfahrer sahen diese Gewalttaten als gottgefälliges Werk an, da sie die Juden für die Kreuzigung Christi verantwortlich machten. Sie rechtfertigten so ihre Beutezüge in den jüdischen Gemeinden.

Volkskreuzzugsteilnehmer vernichtend geschlagen

Unter Plünderungen mit gewalttägigen Ausschreitungen litt die Bevölkerung auf dem Balkan und im Donauraum ebenfalls. Aufgrund der erheblichen Gegenwehr kamen drei der vier Volkskreuzzugstruppen lediglich bis Ungarn. Unter der Führung von Peter von Amiens gelangte die vierte Truppe bis nach Kleinasien. Ebenso wie die bereits aufgeriebenen Heere verfügte das Heer des Predigers lediglich über unzureichende militärische Erfahrung, woraus unter anderem die mangelnde Koordination der Truppe resultierte. Diese Faktoren erwiesen sich für die Kreuzfahrer jedoch als verhängnisvoll, sodass sie bei Nikäa von den Seldschuken vernichtend geschlagen wurden.

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