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Pfingsten im Mittelalter

Mit dem griechischen Begriff Pentekoste, der in der Übersetzung ins Deutsche Pfingsten lautet, wurde seit Ende des 2. Jahrhunderts der Zeitraum der 50 Tage nach Ostern bezeichnet. Zunächst wurde Pfingsten weniger als eigenständiges Fest gesehen, sondern als feierlicher Abschluss der Pentekoste begangen, in der vor allem der Freude über das Ostermysterium Ausdruck verliehen werden sollte. Pfingsten wurde dementsprechend als Fest zu Ehren Christi gefeiert.

Wochenoktav

In Anlehnung an den lateinischen Begriff octavus wird der achte Tag in der katholischen Liturgie als Oktav bezeichnet. Die Wochenoktav von Ostern bis Pfingsten umfasst sieben Wochen und einen Tag. Während dieses Zeitraums wird nicht gefastet und auch Bußübungen werden nicht abgehalten. Alle größeren Kirchenfeste hatten im Mittelalter eine Wochenoktav und den Oktavtag, der als Abschluss eines Hochfestes begangen wurde. Im Zuge von Reformbestrebungen, die die Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil einleitete, wurde die Pfingstoktav aus der Liturgie entfernt, nur die Oster- und Weihnachtsoktav blieb erhalten.

Schawuot

Das zeitgleich mit Pfingsten stattfindende jüdische Wochenfest Schawuot begeht die Gesetzesgabe am Sinai. Nach der Acta Apostolorum, als deren Verfasser der Evangelist Lukas genannt wird, fand das Ereignis der Ausgießung des Heiligen Geistes genau am Tag des Schawuotfestes statt. In der Dogmatik der christlichen Theologie blieb der Empfang der Gesetzestafeln durch Moses beim Pfingstfest jedoch unberücksichtigt, lediglich die Aussendung des Heiligen Geistes floss in die Gestaltung des Kirchenjahres ein. Ab Ende des 5. Jahrhunderts wird die Herabkunft des Heiligen Geistes zum eigentlichen Thema des Pfingstfestes, das die vormalige Zuordnung als Christusfest ersetzte.

Angleichung von Pfingsten an Ostern

In der römischen Liturgie wurde Pfingsten neben Ostern zu einem zweiten wichtigen Tauftermin. Damit fand eine Angleichung von Pfingsten an Ostern statt, die die Bedeutung des Festes erhöhte. Ebenso wie die Ostermesse wurde die Pfingstmesse nach den Regelungen gestaltet, die als Vigilien bezeichnet wurden. Im 5. Jahrhundert wurde das Fest um eine Vigil erweitert, die die großen Sakramente beinhaltete. Die Lesungen der Vigil erinnerten an die Ostervigil, in der Messe selbst wurde jedoch die Geistessendung betont. Pfingsten wurde nun zu einem eigenen kirchlichen Fest, das den Höhepunkt und den feierlichen Abschluss der Osterzeit zum Ausdruck brachte und zugleich das von Jesus angekündigte Erscheinen des Heiligen Geistes feierte.

Symbolische Handlungen

Die Aussendung des Heiligen Geistes wurde dem mittelalterlichen Menschen sinnbildlich veranschaulicht. Die Taube wurde als Synonym für den Heiligen Geist aufgefasst und so ließ man sie vom Kirchgewölbe herabfliegen. Darüber hinaus stellte man sich vor, dass der Heilige Geist auch akustisch wahrgenommen werden kann. So erzeugte man mithilfe der Orgel ein Brausen, das für die Ankunft des Heiligen Geistes stand. Aus diesen beiden Elementen der Messe ergaben sich Dramatisierungen der Liturgie, deren Durchführung wegen ihrer Symbolkraft selbstverständlicher Bestandteil war.

Pfingstbräuche

Da Pfingsten neben Ostern das zweite große Tauffest war, wurde dem Wasser an Pfingsten besondere Heilkraft zugeschrieben. Vermutlich bildeten sich aus diesem Grund verschiedene Bräuche, die mit Wasser in Verbindung standen. So galt etwa das Bespritzen mit Brunnenwasser an Pfingsten als fruchtbarkeitssteigerndes Element. Auch das Auftragen des Taus, der sich am Morgen des Pfingstsonntags gebildet hatte, wurde mit einer heilenden Wirkung bei verschiedenen Krankheiten verbunden. Zum traditionellen Essen zu Pfingsten gehörten gebratene Tauben, was wahrscheinlich auf die symbolische Bedeutung des Vogels zurückzuführen ist.

Zufälliges Mittelalterbild

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